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Osteodystrophie bei Satinmeerschweinchen

Ist das Schweinchen schon an OD erkrankt, dann kann man die unten genannten Symptome feststellen. Die erkrankten Schweinchen liegen dann in einer bestimmten Position. Das schaut zwar auf den ersten Blick recht "niedlich" aus. Liegt das Tier aber erst einmal so, hat es schon starke Schmerzen und ein Besuch beim Tierarzt ist unumgänglich.

Bild mit freundlicher Genehmigung von J. Sippach
 

Osteodystrophie - Knochenerkrankung bei Satinmeerschweinchen ?

Satinmeerschweinchen sind eine besondere Zuchtform, die in allen Farben und Felltypen gezüchtet werden kann. Sie zeichnet sich durch besonders starken Glanz des Felles aus. Dieser wird dadurch hervorgerufen, dass die einzelnen Haare hohl sind.
Forschungsprojekt an der Freien Universität in Berlin
Vor einigen Jahren stellte sich heraus, dass Satinmeerschweinchen gehäuft an einer Knochenerkrankung, einer sog. Osteodystrophie erkrankten. Seitdem wird an der Klinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin ein Forschungsprojekt zu diesem Problem durchgeführt.
Es wurden etwa 60 Tiere untersucht. Bei allen voll ausgewachsenen Satinmeerschweinchen waren entsprechende Knochenveränderungen auf dem Röntgenbild zu erkennen, auch wenn die Tiere äußerlich (noch) völlig gesund erschienen. Das Alter, in dem die Satinmeerschweinchen die ersten Symptome (s.u.) zeigen, ist sehr unterschiedlich. Oft treten sie mit 1 1/2 bis 2 Jahren auf. Es gibt aber auch Satinmeerschweinchen, die mit 6 Jahren noch keine sichtbaren Beschwerden haben. Es besteht der Verdacht, dass die Krankheit bei Satinmeerschweinchen erblich bedingt ist und direkt mit der Erbanlage für das Satinfell zusammenhängt. Ob es tatsächlich so ist, d.h. ob alle Satinmeerschweinchen betroffen sind, ist jedoch noch nicht erwiesen.

 

Osteodystrophie:

Bei dieser Krankheit wird den Knochen das Kalzium entzogen, so dass das gesamte Skelett allmählich weich und instabil wird. Bisher bekannte Ursachen eines solchen Vorgangs (Fütterungsfehler, Nierenerkrankung) konnte bei den untersuchten Satinmeerschweinchen ausgeschlossen werden. Die Krankheit ist ei ihnen weder aufzuhalten noch zu heilen.

 

Symptome:

Erstes Anzeichen ist meist eine schleichende Gewichtsabnahme. Der Verlauf der Krankheit ist unterschiedlich. Einige Tiere zeigen als erstes Probleme beim Laufen (hoppelnder Gang), häufiges Ruhen, teils mit den Hinterbeinen in der Luft) andere haben Schwierigkeiten beim Fressen, da bei ihnen besonders Kiefer- und Schädelknochen betroffen sind. Die Geschwindigkeit der Knochenentkalkung und die damit verbundenen Beschwerden sind von Tier zu Tier verschieden. Im Endstadium ist die Krankheit mit großen Qualen verbunden.

 

Was bedeutet das für den Halter:

Der Halter eines Satinmeerschweinchens muß mit großer Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass auch sein Tier diese Krankheit hat. Sobald die ersten Symptome auftreten, gilt es richtig zu handeln, um dem Tier unnötiges Leiden zu ersparen.

1. Lassen Sie von ihrem Tierarzt oder in der Tierklinik eine genaue Diagnose erstellen. Weisen Sie Ihren Tierarzt auf dieses spezielle Problem bei Satinmeerschweinchen hin. Lassen Sie Röntgenbilder des Skeletts machen, besonders am Schädel und an den Oberschenkelknochen sind die Veränderungen zu erkennen.

2. Ist die Diagnose eindeutig, ersparen Sie Ihrem Tier aussichtslose Behandlungsversuche.

3. Lassen Sie das Tier einschläfern, wenn es zu leiden beginnt.

Die Mitglieder des MFD sind angehalten, möglichst auf die Zucht von Satins zu verzichten, bis die Ursache der Krankheit geklärt ist, bzw. ob diese Krankheit wirklich alle Satins betrifft oder auch evtl. andere Rassen betroffen sind. Eine 100 %ige Vermeidung von Satin-Nachzuchten ist leider nicht möglich, da noch sehr viele Trägertiere existieren, bei denen immer mal wieder ein Satin fallen kann, egal bei welcher Rasse (Kurz- oder Langhaar).
Es soll nun aber auch keine Panik ausbrechen, bei der generell alle Satins nun als Qualzucht hingestellt, bzw. die Halter / Züchter als Tierquäler hingestellt werden sollen. Die bereits vorhandenen Satins haben ein Recht auf ein normales Weiterleben. Erst wenn die Untersuchungen abschlossen sind und es 100 % erwiesen ist, dass alle Satins an Osteodystrophie erkranken, sollte ein generelles Zuchtverbot erlassen werden.

Quelle und Copyright: Meerschweinchenfreunde Deutschland Bundesverband Deutschland e.V.


 
 
last modified 11.5.05
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